Restorative Justice

Weiter gehen als das strafrechtliche Ansatz

Das Verbrechen beschränkt sich nicht auf die Gesetzesübertretung allein. Es ist vor allem ein Übel, das die Menschen in ihrem Herzen oder in ihrem Fleisch tragen. Es beeinflusst auch die Beziehungen zwischen den Individuen und darüber hinaus in der ganzen Gemeinschaft. Einfach die Schuldigen zu bestrafen wird niemals im Herzen der Opfer den zuweilen unerträglichen Schmerz auslöschen, mit dem sie im Alltag leben müssen. Und Strafe kann auch, im Herzen des Täters, eine zerstörerische Rachgier erzeugen, gefährlich für ihn selbst und die Gesellschaft.

Eine echte Lösung, die Versöhnung und langfristige Frieden mit sich bringt, muss die Gesamheit des begangenen Bösen in allen ihren menschlichen Dimensionen berücksichtigen. Es ist dies der Ansatz, der "Gerechtigkeit durch Versöhnung", einer im XI. Jahrhundert zugunsten von Vergeltung und Unterdrückung  zur Minderheit gewordenen Vision, die aber mit Macht zurückkehrt, denn sie ist Hoffnungsträgerin für die gebrochenen Leben der Opfer und für die wirkliche Wiedereingliederung der Gefangenen in die Gesellschaft.

Der Wirtschafts- und Sozialrat der UNO, die Hauptinstanz der Organisation Vereinten Nationen für die Prüfung der Fragen, die auf die Verbesserung der internationalen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen  zielen, hat in ihrem Rahmenprogramm für die Justizreform die Gerechtigkeit durch Versöhnung  zum Jahrtausendziel erhoben.     

Konkret hilft die Gerechtigkeit durch Versöhnung dem Täter, sich freiwillig zu verpflichten, die begangene Tat soweit wie möglich wiedergutzumachen. Das kann zum Beispiel, unter Zustimmung aller Beteiligten, als Begegnung zwischen Opfer und Schuldigen geschehen, mit dem Ziel, über das begangene Unrecht zu sprechen und eine Lösung zu finden.

Derartige Begegnungen können tiefe und sehr positive Änderungen im Leben der Beteiligten bewirken. Gerechtigkeit durch Versöhnung ist sicher nicht immer machbar, aber wenn sie verwirklicht wird kann sie die Personen, die Beziehungen untereinander und die Gemeinschaften verändern. Für die AAFIP und ihre Partner, die FIP und die Vereinigungen vor Ort, handelt es sich um ein Prinzip, wegweisend für alle ihre Handlungen, und ein Ziel, das möglichst immer zu erreichen versucht werden sollte. 

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